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Aktuelles aus der Landesgeschäftsstelle



Mitgliederversammlungen 2022

Am 23. und 24. Juni 2022 fanden die Mitgliederversammlungen in Graz und Rottenmann statt. Nach 2jähriger erheblicher Einschränkung der Versammlungsmöglichkeiten konnten heuer wieder Urkunden und Abzeichen persönlich an langjährige Mitglieder überreicht werden.
Präsident Meran ging in seinen Berichten und den anschließenden Gesprächen auf aktuelle Entwicklungen im Jagdgeschehen ein und er spannte einen eindrucksvollen vereinshistorischen Bogen von der Gründung des Steirischen Jagdschutzvereins vor 140 Jahren bis jetzt.
Das Vereinswesen hat in den vergangenen Jahrzehnten ganz allgemein eine grundlegende Wandlung erfahren, weil sich auch die Gesellschaft mit ihren teils sehr divergierenden Wertekatalogen grundlegend geändert hat. Unverändert ist hingegen das Erfordernis geblieben, achtsam mit der Natur umzugehen. Hat es auch schon im Jahr 1882 deutliche Spannungsfelder in der naturräumlichen Nutzung gegeben, so hat sich doch das Ausmaß der Begehrlichkeiten seit damals explosionsartig erweitert. „Erholung“ in der Natur schaut heute ganz anders aus als vor 50 Jahren. Wo früher Entschleunigung gesucht und Ruhe genossen wurde, steht heute das Erlebnis, die Geschwindigkeit, der „Kick“ im Vordergrund. Neue und immer schnellere Kommunikationswege befördern die „Kicks“ in Echtzeit zu den „Followern“ über den ganzen Erdball, um die Anzahl der „Likes“ in die Höhe zu treiben. Die Natur ist zwar noch immer Mittel zum Zweck, nur hat sich eben der Zweck geändert - das Naturerlebnis wird zum Wettkampf, der Naturraum zur Arena.
Berufsgruppen und Naturnutzer mit Generationenauftrag, die in Zeiträumen von Jahren, Jahrzehnten und teilweise Jahrhunderten denken, treffen auf Personen, die der Natur und sich selbst den Stress des Sekundentakts aufbürden und abverlangen und die sich verhalten, als gäbe es kein Morgen.
Auf der anderen Seite gibt es das extreme Gegenteil, wonach Rechte an der Natur den Rechten der Natur gänzlich untergeordnet werden. Romantisch verklärte Vorstellungen von der Natur als einer heilen Welt führen das evolutionäre Prinzip auch ohne anthropogenen Einfluss ad absurdum, weil Konkurrenz der Entwicklungsmotor schlechthin ist. Menschen sollten sich vielleicht besser als Ast des Stammbaums und nicht als dessen Krone verstehen, das würde schon helfen.

Und mittendrin, aufgerieben und unverstanden: das Wildtier, dem die zeitgeistigen Strömungen nur so um die Lauscher, Gehöre, Teller und Ohren fliegen.

Dass Menschen ihr Freizeitverhalten ändern und ja auch schon in der Vergangenheit (zumindest in jener, seit es echte Freizeit gibt) immer wieder geändert haben, lässt sich nicht verhindern, ebenso wie sich klimatische Veränderungen nicht verhindern lassen. Auch die hat es nämlich schon immer gegeben, seit es diese Erdkugel gibt. Drehen kann man lediglich am Faktor „Geschwindigkeit“, an diesem kleinen, zentralen Schräubchen im Wandlungsgeschehen, für das jede Gesellschaft, jeder Industriebetrieb, ja sogar jeder einzelne von uns den passenden Schraubendreher zur Verfügung hat.
Präsident Meran beschwor in seinen Ausführungen die Bedeutung des „Wir“-Gedankens und warnte vor den Auswirkungen allzu föderalistischer Strömungen bei den wesentlichen Vereinssäulen. Die Protokolle im Meran´schen Familienarchiv legen Zeugnis von seit jeher lebhafter demokratischer Diskussionskultur ab, die den Steirischen Jagdschutzverein zur Seele des Waidwerks werden hat lassen, und die von Parteipolitik unabhängige Vertretung naturräumlicher Interessen durch den Verein ist, wie ein Blick auf die Entwicklungen im östlichen Nachbarbundesland zeigt, so wichtig wie nie. Daher: Impulse sind wichtig, Impulskontrolle ist es jedoch nicht minder.
Nach dem Fototermin, beim gemeinsamen Essen, wurden noch lange Ideen diskutiert und auch der Humor kam beim freundschaftlichen Geplauder nicht zu kurz. (Fotos zum Vergrößern anklicken)

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Wir alle sind mittendrin ...

Jagd und Jäger haben vielerlei Berührungspunkte mit naturräumlich ähnlich oder anders denkenden Menschen und deren Interessensvertretungen. Der gemeinsame Lebensraum ist begrenzt und wird durch vielgestaltige Begehrlichkeiten belastet. Pflanzen und Tiere können und dürfen nicht einfach in beruhigte Zonen ausweichen und es liegt in der Verantwortung des Menschen, die eigenen Begehrlichkeiten zeitlich und räumlich möglichst stressarm für die Wildtiere anzuordnen und damit vermeidbaren Konflikten vorzubauen.

Die LANDESGESCHÄFTSSTELLE des Steirischen Jagdschutzvereins ist bei Fragen in naturräumlichen Belangen Anlaufstelle für Jäger und Nicht-Jäger - sei es beispielsweise, dass Sie ein (vermeintlich) verlassenes Wildtier entdeckt oder ein verletztes Tier gefunden haben, einen unerwünschten Ameisenhügel entfernen lassen, oder ein Feldgehölz anlegen möchten oder dass Sie Beratung bei der Gestaltung von Brutplätzen und dem Bau von Nistkästen oder Insektenhotels suchen. Wir teilen unsere praktischen Erfahrungen gerne mit Ihnen. Treten Sie mit Ihrem Anliegen mit uns in Kontakt, wir freuen uns auf Sie!

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Die neue Lern App ist da!

Können Sie ein wertvolles Biotop erkennen, Lebensspuren in der Natur zuordnen oder ein Laubblatt beschreiben? Haben Sie sich schon einmal mit landwirtschaftlich genutzten Flächen auseinandergesetzt oder sich gefragt, warum unsere Wälder sind, wie sie sind? Sich auf Augenhöhe mit Lebensraumpartnern unterhalten zu können, ohne dabei eine Leiter bemühen zu müssen, ist nie verkehrt. Aufbauend auf dem Werk "Der Leitbruch - Jagd im 21. Jahrhundert" steht - neu -  für die Selbstüberprüfung und zur Festigung erlernter Inhalte eine Lern App mit hunderten Fragen und umfangreichem Bildmaterial zur Verfügung. Der 16 Kapitel umfassende Fragenkatalog orientiert sich an  der Printausgabe "Der Leitbruch - Jagd im 21. Jahrhundert" und reicht von Wildökologie, Landwirtschaft, Lebensraumgestaltung und Wald über Haarwild, Federwild, Gehölzkunde, Erste Hilfe, Abschussplanung, Jagdpraxis, Waffenkunde, Wildtiergesundheit und Wildbrethygiene bis zum Brauchtum, Jagdgebrauchshundewesen und Jagdgesetz samt Nebengesetzen. Der Fragenkatalog wird laufend angepasst und erweitert. Sie können zwischen unterschiedlichen Abfragemodi wählen und erhalten am Ende eine Auswertung. Mangelhaft beantwortete Fragen können Sie speichern und Ihr Wissen damit gezielt erweitern.
Sollte Ihr Interesse am Besuch eines Jagdkurses geweckt worden sein, wo sie all die Dinge von Grund auf lernen, informieren Sie sich am besten gleich hier über das Kursangebot des Steirischen Jagdschutzvereins oder wenden Sie sich an die Landesgeschäftsstelle.

 

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Wir tragen etwas bei: MNS-Masken für Kinder und Erwachsene

Informationen zu unserem Produkt

 

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Ein besonderes Jahr

Rückblick und Ausblick

Ein spannendes Jahr geht bald zu Ende und waren/sind die Begleiterscheinungen der Pandemie auch in weitesten Teilen wenig wünschenswert und hoffentlich bald vorbei, so kann man aus jeder Krise auch Positives mitnehmen und Lehren für die Zukunft ziehen. Kommunikationsmöglichkeiten zum Beispiel, die aufgrund der bisher üblichen Präsenzveranstaltungen eher im Hintertreffen waren, hat unser Verein erfolgreich ausgebaut und in mehreren Webinaren und Gremialsitzungen eingesetzt. Die Anfangshürden wurden immer niedriger und gemeinsam konnten wir sie trotz kleiner blauer Flecken sportlich meistern. Die ständige Weiterentwicklung unserer Applikationen gewährleistet gerade in Zeiten wie diesen jene Kontinuität, die den Steirischen Jagdschutzverein seit jeher auszeichnet und wir haben den weiteren Ausbau der IT für unsere Zweigvereine im Interesse der Mitgliederbetreuung ganz oben auf die To-do-Liste für das kommende Jahr gesetzt.

Die Vereinswebsite hat ein „Lifting“ erfahren, unser Ausbildungswerk „Der Leitbruch – Jagd im 21. Jahrhundert“ ist demnächst als überarbeitete 4. Auflage erhältlich und die Präsentation für unsere Kursvortragenden zeigt sich in neuem Format.

Es gab und gibt 2020 also allein auf dem IT-Sektor mehr als genug zu tun und bei all dem ist und bleibt der spannende naturräumliche Auftrag selbstverständlich die Nummer 1. Es kann nicht oft genug betont werden, dass es noble Pflicht von uns Jägern ist, sich um das gesamte Netzwerk Natur anzunehmen und darauf leisten wir bei der Jungjägerangelobung auch einen Eid.

Die Natur hat sich im Frühjahr 2020 kurzzeitig über den coronabedingt abgespeckten Verkehr gefreut und im täglichen Leben waren wir aufgrund der ungewohnten Einschränkungen plötzlich mit unserer eigenen Position im Dreieck „Bedarf – Bedürfnis – Begehrlichkeit“ konfrontiert. Auf sich selbst zurückgeworfen fällt es grundsätzlich leichter, den Blick auf wesentliche Werte von den Spinnweben der Alltagsroutine zu befreien und es bleibt zu hoffen, dass Begrifflichkeiten wie Demut, Maßhaltung und Besonnenheit sich gleich rasant wie das Virus in den Denkprozessen wiederansiedeln und verstärkt Umsetzung im Miteinander erfahren.

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